In einer auf Erfolg getrimmten Gesellschaft gilt das Scheitern als Makel, den es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Dabei geriete manch bahnbrechende Erkenntnis nie ans Licht, hätte sich niemand getraut, das Risiko eines Fehlschlags einzugehen.
Wer scheitert, verfügt am Ende oft über eine Erfahrung, die dem reibungslos Erfolgreichen fehlt: das genaue Wissen darum, woran ein Vorhaben zerbrechen kann. Aus dieser Einsicht erwächst nicht selten eine Widerstandskraft, die sich durch bloßen Erfolg kaum ausbilden ließe.
Es wäre freilich naiv, das Scheitern zu romantisieren. Entscheidend ist nicht der Misserfolg an sich, sondern der Umgang mit ihm — die Fähigkeit, aus Trümmern etwas Neues zu errichten, statt in ihnen zu verharren.