A C1 argument about what a public library does that no statistic records — extended participle attributes and the connectors dabei, allerdings, folglich, allenfalls.
Wer wissen will, was eine Stadt für selbstverständlich hält, sollte an einem Dienstagvormittag in eine Stadtbibliothek gehen. Dort sitzen, ohne einander erklären zu müssen, warum sie da sind: Schülerinnen vor Prüfungen, Rentner mit Tageszeitungen, Menschen ohne Wohnung im Warmen, Studierende, die den Lesesaal dem eigenen Zimmer vorziehen.
Der Bestand ist dabei längst nicht mehr der einzige Grund, herzukommen. Der eigentliche, selten ausgesprochene Dienst ist ein anderer: Es ist der letzte innerstädtische Raum, in dem man sich aufhalten darf, ohne etwas zu kaufen. Ein für alle offener und zugleich beheizter Ort, der keine Gegenleistung verlangt, ist in der europäischen Innenstadt inzwischen die Ausnahme.
Genau das macht die Einrichtung allerdings schwer verteidigbar. Denn was sie leistet, taucht in keiner Ausleihstatistik auf. Die für die Haushaltsberatung aufbereiteten Zahlen messen Medien, nicht Anwesenheit; sie zeigen sinkende Ausleihen und verschweigen steigende Besuche. Wer die Bibliothek nur an ihrem Bestand misst, misst sie folglich an dem, was sie am wenigsten braucht.
Man wird einwenden, dass sich nicht alles messen lässt und Haushalte trotzdem beschlossen werden müssen. Das stimmt. Nur folgt daraus nicht, dass das Nichtgemessene den Wert null hat — sondern allenfalls, dass die Kennzahl schlecht gewählt wurde. Der Unterschied ist erheblich, und er entscheidet regelmäßig über die Öffnungszeiten am Samstag.
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