A B2 reading text on volunteering fatigue in German clubs and associations — Konjunktiv II, passive voice and the concessive connectors that carry the argument.
Auf der Jahreshauptversammlung des Sportvereins ist die Stimmung freundlich, bis der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ aufgerufen wird. Dann schauen alle auf die Tischdecke. Der Kassenwart macht es seit elf Jahren; er hätte gern aufgehört, aber es hat sich niemand gemeldet.
Das Muster wiederholt sich in Chören, Feuerwehren und Elternbeiräten. Es fehlt nicht an Hilfsbereitschaft — für kurzfristige Einsätze finden sich nach wie vor genug Freiwillige. Was fehlt, sind Menschen, die ein Amt über Jahre tragen wollen, mit Haftung, Protokollen und Datenschutzerklärungen im Anhang.
Erklärt wird das gern mit Egoismus. Plausibler ist etwas anderes: Verpflichtungen werden heute anders geplant. Arbeitszeiten verschieben sich, Wohnorte wechseln, und wer nicht weiß, wo er in drei Jahren lebt, sagt ungern für drei Jahre zu. Hinzu kommt, dass ehrenamtliche Ämter in den letzten Jahrzehnten deutlich verwaltungsintensiver geworden sind.
Vereine, die darauf reagiert haben, schneiden die Ämter kleiner: Zwei Personen teilen sich eine Aufgabe, Amtszeiten enden nach zwei Jahren, die Buchhaltung übernimmt ein bezahlter Dienstleister. Das klingt unromantisch. Es hält allerdings genau jene Strukturen am Leben, von denen später behauptet wird, sie seien früher von allein entstanden.
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