A B2 reading text on the housing shortage in German cities — passive voice, relative clauses and Konjunktiv II for the move you cannot afford to make.
Wer in einer größeren Stadt eine Wohnung sucht, kennt das Ritual: dreißig Menschen im Treppenhaus, ein Ordner mit Gehaltsnachweisen unter dem Arm, ein freundliches Lächeln für den Makler, der sich den Namen ohnehin nicht merkt.
Gebaut wird zu wenig, das ist unstrittig. Strittig ist, warum. Genannt werden Bauvorschriften, Zinsen, Materialpreise und Grundstücke, die als Kapitalanlage gehalten statt bebaut werden. Jede dieser Erklärungen stimmt ein Stück weit, und keine trägt allein.
Bemerkenswert ist, wie schnell die Debatte moralisch wird. Auf der einen Seite stehen die, die im Vermieter den Schuldigen sehen; auf der anderen die, die jede Regulierung für Enteignung halten. Dazwischen wohnen Menschen, die schlicht nicht umziehen können, weil die neue Wohnung mehr kosten würde als die alte, in der sie zu wenig Platz haben.
Am ehesten hilft wohl Unspektakuläres: schneller genehmigen, kleiner und dichter bauen, den Tausch von Wohnungen erleichtern. Nichts davon eignet sich für eine Schlagzeile. Aber eine Stadt, in der Pflegekräfte und Erzieherinnen nicht mehr wohnen können, verliert am Ende mehr als eine Debatte.
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