A B2 reading text on the economics of repair versus replacement — passive voice, Konjunktiv II and passive alternatives in an argumentative register.
Die Waschmaschine ist acht Jahre alt und gibt seltsame Geräusche von sich. Der Techniker nennt am Telefon eine Zahl, die verdächtig nah am Preis eines neuen Geräts liegt. Wer sich an dieser Stelle für ein neues Gerät entscheidet, handelt nicht unvernünftig — er reagiert auf eine Rechnung, die ihm jemand anders gestellt hat.
Denn Reparieren kostet vor allem Arbeitszeit, und Arbeitszeit ist hier teuer. Ein neues Gerät dagegen entsteht dort, wo die Löhne niedrig sind, in Serie, aus Materialien, deren Umweltkosten im Preis nicht auftauchen. Wäre die Reparatur so billig wie die Herstellung, fiele die Entscheidung leicht. So aber ist der Vergleich von vornherein verzerrt: Verglichen werden zwei Zahlen, die ganz Unterschiedliches enthalten.
Politisch wird deshalb am Preis gedreht statt an der Moral. Ersatzteile müssen länger verfügbar sein, Anleitungen offengelegt und Reparaturen steuerlich begünstigt werden. Manche Städte zahlen einen Zuschuss, wenn ein Gerät statt auf dem Wertstoffhof in der Werkstatt landet.
Ob das reicht, ist offen. Solange ein Gerät so gebaut ist, dass sich das Gehäuse nur mit Gewalt öffnen lässt, hilft kein Zuschuss. Allerdings verändert schon die Frage etwas: Wer einmal gesehen hat, wie wenig in einem Gerät kaputt war, kauft das nächste anders.
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