B1 reading: six years of a ninety-minute commute buy a bigger flat and cost something harder to name. Practise comparatives, superlatives and denn/deshalb.
Sechs Jahre lang fuhr Anke jeden Morgen neunzig Minuten zur Arbeit: mit dem Rad zum Bahnhof, dann Regionalzug, dann Bus. Zurück dauerte es meistens länger, denn am Nachmittag war der Zug voller und die Anschlüsse waren schlechter.
Am Anfang störte sie das kaum. Die Wohnung auf dem Land war größer und deutlich billiger als alles, was sie in der Stadt hätte bezahlen können. Außerdem las sie im Zug mehr Bücher als je zuvor in ihrem Leben.
Mit der Zeit änderte sich etwas. Sie ging abends nie zu Konzerten, weil der letzte Zug kurz vor zehn fuhr. Ihre Freundschaften in der Stadt wurden lockerer, denn wer immer als Erste gehen muss, wird irgendwann nicht mehr gefragt. Das war der schwierigste Teil, schwieriger als die Müdigkeit.
Heute arbeitet Anke drei Tage im Büro und zwei Tage zu Hause. Sie fährt also weniger, aber sie fährt noch. „Pendeln ist nicht das Schlimmste“, sagt sie. „Das Schlimmste ist, immer auf die Uhr zu schauen.“
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